Hinterfragen.
Selbst denken.
Handeln.
Selbst denken und handeln ist heute wichtiger denn je. Die Sokratische Initiative stellt Behörden, Banken und Politik öffentlich die unbequemen Fragen, setzt eine Frist und veröffentlicht die Antwort, und wenn keine kommt, dann eben das Schweigen.
Was wir hinterfragen
Wo du überall kontrolliert wirst und glaubst, dass du aufgenommen, fotografiert oder beobachtet wirst, und dann für jede Kleinigkeit eine kleine Strafe kassierst, da entsteht ein gefügiges Mindset ohne Zivilcourage. Die kleinen Regeln werden dann leichter erfüllt, ja. Aber Verantwortung übernimmt keiner mehr, weil sich keiner mehr selbstbestimmt fühlt, wenn ständig jemand eingreift.
Mit KI lässt sich heute jedes Bild und jedes Video herstellen, in Minuten. Wer bunte Bilder und Videos einfach als Wahrheit nimmt, ohne zu fragen, wer sie gemacht hat und wozu, glaubt am Ende dem, der am meisten produziert. Also fragen wir nach.
Für alles gibt es ein Rezept, einen Ratgeber, einen Experten, der genau weiß, wie es geht. Sokrates hat die Leute auf dem Markt von Athen so lange gefragt, bis klar war, was sie wirklich wissen und was sie nur nachsagen. Das machen wir auch, beim Angeblichen, beim „Das macht man so“, und als Unternehmer erst recht.
Nicht im Internet. Die besten Plätze entdeckst du zufällig, auf dem weniger betretenen Weg. Und wer sein Leben mit einem Businessplan für die nächsten zehn Jahre durchplant, bekommt ein langweiliges Leben, das nicht seins ist. Die kleinen Entscheidungen muss man auch dem Zufall, dem Schicksal und der eigenen Intuition überlassen, die mit jedem Schritt wächst.
Wer keine Fehler machen darf, probiert nichts mehr aus, und wer nichts ausprobiert, lernt nichts. Dazu gehört auch Widerstand, wenn etwas ungerecht ist. Dort, wo es zählt, mit Namen und Gesicht.
Ein echtes Gespräch von Angesicht zu Angesicht, bei dem man sich in die Augen schaut. Wer sich für andere einsetzt, macht vorher kein Foto für die eigenen Kanäle. Darum geht es hier um Fragen und Antworten und nicht um Follower.
Die öffentliche Frage
In Athen ritzten die Bürger ihr Urteil in Tonscherben, die Ostraka. Wir schreiben unsere Fragen auf, schicken sie an die Stelle, die sie beantworten muss, und stellen sie hier aus.
Die Frage
Präzise, belegt und an die Stelle gerichtet, die zuständig ist. Eine Frage, die man beantworten kann.
Die Frist
Vier Wochen. So lange gibt das Informationsfreiheitsgesetz einer Behörde Zeit für eine Antwort.
Die Antwort
Sie erscheint hier im Wortlaut. Kommt keine, veröffentlichen wir das Schweigen.
Entscheidet eine Maschine über dich?
Die Bundesregierung verspricht „Human in the Loop“: Die Verantwortung bleibt beim Menschen. Wir haben gefragt, welche automatisierten Systeme und welche KI heute an Entscheidungen über Bürgerinnen und Bürger mitwirken, bei Strafen, Bescheiden, Kontrollen und Leistungen. Wie erfährt ein Betroffener davon? Und wo entscheidet nachweislich ein Mensch?
Wie viel bringt die Kleinstrafe?
Wie viele Organstraf- und Anonymverfügungen gab es 2025, wie viele davon kamen aus Radar, Abschnittskontrolle und Rotlichtkameras, und wie viel Geld haben sie eingebracht? Wie hat sich das seit 2020 entwickelt, und wie oft haben Menschen Einspruch erhoben?
Wer liest mit, wenn Eltern und Schule schreiben?
Welche privaten Apps nutzen Schulen für die Kommunikation mit Eltern, welche Daten von Kindern landen dort, und wer ist dafür verantwortlich? Und haben Eltern ein Recht auf Mitteilungen auf Papier?
Warum ist mein Konto weg?
Wie viele Beschwerden über Kontokündigungen ohne Begründung gab es 2023 bis 2025, wie viele betrafen das gesetzliche Basiskonto, und was hat die Aufsicht daraufhin unternommen?
Kennst du eine Frage, die gestellt werden muss? Schreib uns.
„Die anderen vier gingen nach Salamis und holten Leon. Ich aber ging nach Hause.“Sokrates, nach Platon, Apologie 32c–d
Die Dreißig Tyrannen befahlen ihm, einen Unschuldigen zur Hinrichtung zu holen. Er hat nicht diskutiert und nicht gepostet, er ist einfach nicht hingegangen, und er wusste, dass ihn das das Leben kosten konnte.
Nicht nur gefragt
Fragen allein reicht nicht. Aus meinem eigenen Leben, so wie ich es erzählt habe.
Die Polizei auf der Geburtstagsfeier
Wir feierten in einem Indoorspielplatz, und weil ein Erwachsener und ein Baby zu viel im Raum waren, rief der Leiter die Polizei. Gestiefelte Polizisten lösten einen Kindergeburtstag auf, und die anderen Eltern gingen mit gesenktem Kopf hinaus. Ich habe das gefilmt, bin zur Polizei gegangen und habe Anzeige erstattet, weil man die Polizei nicht unter einem Vorwand rufen darf, und am nächsten Tag die Zeitungen angerufen. Es gab drei Berichte, und die Leitung der Organisation hat sich bei mir entschuldigt.
Die Rückstufung
Meine Tochter Sophie kam mit neun, nach Jahren auf Reisen, zum ersten Mal in eine österreichische Schule. Die Direktorin wollte sie eine Klasse zurückstufen, ohne mich ordentlich zu belehren. Ich habe die Fristen geprüft, im Bildungsministerium nachgefragt und von einer Juristin dort eine Entscheidung des Verwaltungsgerichtshofs genannt bekommen, die mir recht gab. Sophie ist aufgestiegen, und beim Zeugnis hat sich die Direktorin entschuldigt.
Der Strafzettel
Schon mit meinem ersten Auto wollte ich einen Strafzettel nicht einfach hinnehmen. Ich habe die Rechtsmittelbelehrung gelesen, Einspruch erhoben und bin damit bis zum Unabhängigen Verwaltungssenat gegangen. Am Ende hatte ich eine Mappe voller Korrespondenz mit der Behörde, und ich habe gewonnen.
„Höflich, aber sehr bestimmt. Was nicht richtig ist, darf man nicht akzeptieren.“
Schriften und White Papers
Hier erscheinen Texte und White Papers zu Überwachung, Vertrauen, künstlicher Intelligenz und Selbstbestimmung. Die ersten folgen in Kürze.
Wer dahintersteht
Die Sokratische Initiative hat Richard Frederic Bertossa gegründet. Er hat auf vier Kontinenten gelebt und gearbeitet, sich sechs Sprachen selbst beigebracht und leitet das Institut für ASI-Resilienz.
Mehr über ihn auf richardbertossa.com.